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Sentikirche St. Jakob Baselstrasse 21 6003 Luzern

Geschichte der Sentikirche

Am westlichen Ende der Kleinstadt, beim Stadttor (heute Baselstrasse), befand sich sicher schon im 13. Jahrhundert (1312 erstmals erwähnt) ein Sichenhaus für die Aussätzigen;1387 wurde päpstlich verordnet, dass zweimal in der Woche in der Kapelle des Aussätzigenspitals Messe zu lesen sei. Kapelle und Spital befanden sich innerhalb der äussern Ringmauer, die von Gütsch herunter kam. Den Leprosen war nämlich ein Besuch der innern Stadt verboten, und wenn sie ausserhalb der Mauern Reisenden oder Pilgern begegneten, hatten sie von Gesunden Abstand zu halten und diesen sich mit ihren Klappern als Aussätzige kenntlich zu machen. Die Leprosen waren immer schon vom Schicksal hart betroffene, arme Menschen. 1582 bis 1584 wurde das Spital neu gebaut. 1817 bis 1819 enstand die heutige Kirche mit Wohntrakt. Sie hat klassizitische Formen.

In der Nähe der Sentikirche, zwischen dem heutigen Dammweg und der Sentimattstrasse, befand sich die Elendkreuzkapelle und der Richtplatz. Der dreieckige Galgen erhob sich nach mittelalterlicher Art mit drei Steinsäulen auf gequadertem Sockel. In der Nachbarschaft befand sich das Scharfrichterhaus.

Interessant die beiden Gegenpole: Im Osten der Stadt, beim äusseren Weggistor, wurden die kleinen Diebe "mit Ruten gestrichen" und laufengelassen. Im Westen der Stadt, also im Senti, war das Blutgericht mit Galgen und Richtstätte.


Dieses wude aus dem Büchlein KLEINE LUZERNER KUNDE entnommen verfasst von Fritz Ineichen. Verlag:Murbacher Verlag Luzern.